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20 Jahre BIKERTEAM! BIKERTAGE 2019: Unsere Jubiläumstour nach Korsika

korsika sand 2Schon sechs lange Jahre sind seit unsereren legendären Bikertagen 2013 vergangen. Damals zog es uns zum ersten Mal mit den Bikes auf die Mittelmeerinsel Korsika. Die Anreise durch die unvergleichliche Toskana, die Fahrt mit der Fähre über das Meer und schließlich die grandiosen Eindrücke auf den Inseln Korsika und Sardinien sind unvergessen.

Damals schafften wir leider nur den Süden intensiv zu erfahren und waren uns aber sicher, dass wir eines Tages zurückkehren würden, um den Norden der Insel zu erkunden. Nun endlich ist es soweit: Im Juni 2019 fahren wir wieder nach Korsika und nehmen die Witterung von 2013 auf! Die Anreise wird nicht wieder über die Toskana erfolgen, sondern über die französischen Alpen und die Provence. In Toulon stechen wir mit Corsica Ferries in See mit dem Ziel Ajaccio auf Korsika. Vor uns liegt eine Reise über die höchsten Pässe der Westalpen, entlang der tiefen Schlucht von Verdon und weiter auf der historischen Route Napoleon hinab an die Küste der Côte d’Azur. Natürlich ist auch ein Besuch der alten Gendarmerie-Station in Saint-Tropez geplant. Wer erinnert sich nicht an die Filmkomödien mit dem unvergessenen Louis de Funes als dem Gendarmen Ludovic Cruchot und seinen Abenteuern an der französischen Riviera.

 

Das große Abenteuer rückt immer näher. Freut Euch mit uns auf die Bikertage 2019!

Der Tourenplan dient nur dem groben Überblick. Die Strecken werden anders verlaufen.

 

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Kurische Nehrung in Nidden: Unsere Pension NIDOS SEKLYCIAKurische Nehrung: Thomas-Mann-Haus in NiddenHeute ist Freitag, der 29. Juni. Am Vorabend hatten wir noch den angesagten Niddener Schnellimbiss Kaštonas besucht und waren im Anschluss auf der Terrasse unserer Pension hängengeblieben. Dort trafen sich die Nettesten des Personals und luden uns ein, noch etwas zu bleiben. Das hatten wir getan und so gestaltete sich der Morgen einmal mehr als etwas träge. Vor uns liegt ein ganzer Tag Freizeit in Nidden, denn unsere Fähre von Memel nach Kiel fährt erst am Abend. Unser Gepäck konnten wir dankenswerterweise bis zum Nachmittag im fantastischen NIDOS SEKLYČIA einschließen und hatten nun genug Zeit für die Erkundung der Umgebung mit der Elektrorikscha. Erste Station war die Hohe Düne bei Nidden. Mitten über den Sand führt die litauisch-russische Grenze. Sie teilt den 52 Meter hohen Sandberg in der Ostpreußischen Sahara, wie man die Dünen früher nannte. Ihm zu Füßen liegt das alte Kurendorf Nidden. Ohne die Staatsgrenze zu verletzten und ein paar Tage Sonderurlaub zu riskieren, verließen wir sichtlich beeindruckt diesen riesigen Sandhaufen. Nächste Station war das Sommerhaus von Thomas Mann. Der Schriftsteller war im Sommer 1929 bei einem Kurzbesuch in Nidden derart von der Landschaft angetan, dass er sich das am Hang einer großen Düne liegende Grundstück vom damals litauischen Forst pachtete und sich darauf ein Sommerhaus errichten ließ. Jetzt ist es Museum und Kulturzentrum. Als letztes wollen wir jetzt noch ans offene Meer zu Baden. Also klapperten wir mit dem Eletrokarren die Düne hinunter in Richtung Ostsee. Klar, es war Wind – auch hinter den Dünen. Was aber dann an der offenen See für eine Brise anlag, verschlug uns glatt den Atem. An Baden war leider nicht mehr zu denken. Bevor wir an der Küste noch vom Winde verweht werden, rückten wir lieber wieder in die Rikscha ein und düsten zurück nach Nidden, wo wir die Zeit bis zur Abreise an der windgeschützten Haffseite mit Blick auf die Hohe Düne verbrachten. Gegen 14 Uhr brachen wir auf nach Memel. Über die R515 kommen wir nach Schwarzort und weiter an den Fährhafen von Sandkrug, dem jetzigen Smiltyne. Hier wartet bereits die Fähre und 10 Minuten später stehen wir wieder in Klaipeda, dem früheren Memel. Nun fuhren wir in einen Einkaufstempel am Rande der Großstadt, um auf der fast ganztägigen Fährfahrt nach Kiel nicht auszutrocknen. Gegen 17 Uhr durften wir dann in die riesige DFDS-Fähre namens Regina Seaways fahren und die Bikes im untersten Parkdeck festzurren. Vor uns liegen 752 Kilometer quer durch die Ostsee. Am Ende des Haffstroms zwischen Klaipeda und der Nehrung begann nun das nächste Abenteuer, denn der Himmel hatte sich verfinstert und der Wind nahm spürbar zu. 20 Minuten später ging es dann aber auch zur Sache. Die See wurde immer aufgewühlter und wir verzogen uns schließlich ins Innere der Fähre. Windstärke 8 – der Magen lacht bzw. dreht sich um. Die Messe leerte sich zusehends und so mancher verzog sich wohl zum Singen in das Kabinen-WC. Wir waren standhaft und hielten aus – bis das Bier alle war. Gute Nacht!

Kurische Nehrung: An der Ostsee bei Nidden

Kurische Nehrung: In Nidden mit Blick zur Parnidis-DüneSonnabend, 30. Juni: Also ob es nie einen Sturm gegeben hätte: absolute Windstille und keine Wellen. Unsere kleine Ostseekreuzfahrt nähert sich langsam dem Ende; wir sind tief entspannt und genießen vom Sonnendeck die wunderbare Sicht nach Bornholm, Rügen und Fehmarn. Am Nachmittag erreichten wir die Kieler Bucht mit ihrem markantesten Orientierungspunkt, dem Marine-Ehrenmal in Laboe. Etwas weiter südlicher passierten wir den Hiekendorfer Orsteil Möltenort mit seinem U-Boot Ehrenmal. Laboe kennt jeder, Möltenort fast niemand. Schade eigentlich, denn am dortigen Ehrenmal der U-Bootfahrer gibt es für jedes gesunkene oder verschollene deutsche U-Boot eine Messingtafel mit allen Informationen über das jeweilige Boot. Deutsche Geschichte pur! Kurz vor dem Anlegemanöver ging es nun für uns wieder nach untertage ins letzte Parkdeck. Wir betraten die Garage mit sehr gemischten Gefühlen. Wie werden wohl die Motorräder nach dem Sturm aussehen und werden wir einen Bagger zum entladen brauchen? Aber alles war bestens; Glück gehabt. Die Bikes waren – wie eigentlich auch erwartet - noch fest verzurrt und haben sich keinen Zentimeter bewegt. Wir atmen auf und verlassen den Bauch von Mobby Dick in den Kieler Ostuferhafen. Nach einer Hafenrunde fuhren wir zum letzten Übernachtungsziel der Bikertage 2018 nach Neumünster, ca. 40 Kilometer südlich von Kiel. Im dortigen Parkhotel hatten wir reserviert, doch leider fand man bzw. sie unsere Buchung nicht. OK - kann passieren! Wir warteten draußen und genossen Flensburger Pils auf Kosten des Hauses. Den Abend verbrachten wir im Postkeller, einer sehr angenehmen Restauration mit wirklich gutem Essen. Mehr gibt es zu Neumünster nicht zu sagen, wirklich nicht. Gute Nacht!

Fähre von Memel nach Kiel: Fast wie Kreuzfahrt!In Hitzacker an der Elbe: Pause!Sonntag, 1. Juli: Eine unruhige Nacht liegt hinter uns, denn im Hotelzimmer war es heiß und stickig. Zu allem Verdruß drang durch das zwangsläufig geöffnete Fenster ein Lärm ins Zimmer, das man fast kein Auge zu bekam. Ein Blick nach draußen in den Park und der Ursprung der lautstarken Kommunikation war klar! Es war nicht zu übersehen und gleich gar nicht zu überhören, dass wir wieder in Deutschland mit seinen selbst geschaffenen Migrationsproblemen sind. Egal, damit können wir leben, denn zum Glück verlassen wir bald Neumünster und fahren weiter in Richtung Heimat. Nach dem Frühstück schoben wir die Bikes zum beladen aus der uns am Vorabend von der Receptionsdame sehr ans Herz gelegten Hotelgarage. Wir ließen die Bikes nicht mehr aus den Augen und verstauten unser Gepäck. Entgegen aller Vorurteile über Europas Osten benötigten wir eine derartige Aufsicht über unser Hab und Gut während der vergangenen 8 Tage nicht! Wir starten die Motoren und machen uns aus dem Staub - besser ist das. Bei abermals bestem Motorradwetter starteten wir zur 573 Kilometer langen Fahrt in die Heimat. Wir genießen die Fahrt durch das flache Norddeutschland auf Bundes- und Nebenstraßen und kommen trotz Autobahnverzicht sehr gut voran. Bad Segeberg, Lauenburg, Bad Oldesloe, Hitzacker, Dannenberg, Seehausen, Stendal, Dessau, Leipzig: Bei diesem Wetter eine herrliche Tour von Nord- nach Mitteldeutschland ins Erzgebirge. Am frühen Abend erreichen wir wieder unsere jeweiligen Ausgangsorte; natürlich pannen- und unfallfrei. Auch dafür Dank nach ganz oben ;-)  Jetzt heißt es, das Gesehene und Erlebte der letzten Tage zu verarbeiten und zu begreifen. Nach exakt gefahrenen 2.936 Kilometern (zzgl. 750 km mit der Fähre) verabschieden uns aus den Bikertagen 2018 und freuen uns auf das kommende Jahr mit einer neuen Tour.

Bis dahin, alles Gute und Ciao Ciao. Euer Bikerteam!

 

Tourentag 7: 29.06.2018 Tourentag 8: 30.06.2018 Tourentag 9: 01.07.2018
Nidden - Memel (LT) Memel (LT) - Kiel Kiel - Zschopau

 

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Blick in die weite Landschaft Pommerns (PL)An der Pommerschen Seenplatte (PL)Sonnabend, der 23. Juni. Alle waren sie schon dort und haben ihre Spuren hinterlassen: Deutsche, Polen, Balten und Russen. Nun wurde es für das Bikerteam Deutschland allerhöchste Eisenbahn für den Einstand im Baltikum. Pünktlich mit dem beginnenden Regen erreichen wir den Leipziger Stadtrand, wo wir uns mit Kai treffen. Vom Ziel in Szeczinek, dem früheren Neustettin in Westpommern trennen uns schlanke 592 Tageskilometer. Auf gehts! Den ersten Halt machten wir im brandenburgischen Wendisch-Rietz am Scharmützelsee. Führte uns doch unsere erste große Tour mit den Mopeds am Ende der Schulzeit im Jahre 1986 zum Zelten (und feiern) an diesen See. Was für geile Zeiten - Erinnerung pur! Nach diesem Zeitsprung kommen wir über Bad Saarow, Fürstenwalde, Steinhöfel und die Seelower Höhen schließlich ins Küstriner Vorland auf der deutschen Seite der Oder. Über die alte Stahlfachwerkrücke fahren wir in unser Nachbarland Polen und kommen nach Küstrin. Die Altstadt befand sich auf der seit Kriegsende zu Polen gehörenden Landzunge zwischen Warthemündung und Oder und ist seit den Kämpfen am Kriegsende zu 90 Prozent zerstört. Sattes Grün wuchert nun auf den ehemaligen Straßen und Plätzen. Nachdem wir uns im neuen Küstrin mit dem hiesigen Zahlungsmittel Zloty eingedeckt haben, setzten wir unsere Reise durch die polnische Woiwodschaft Lebus, der früheren Neumark, fort. Dem Regen sind wir fürs Erste entkommen und es macht sich auf teilweise gut ausgebauten Straßen Fahrfreude bemerkbar. Wir genießen die seltenen Kurven, ehe es auf zum Teil naturbelassenen Etappen wieder weniger fahrwerksschonend weiterging. Über eine Mischung aus Haupt- und Nebenstraßen ziehen wir unsere zügigen Bahnen durch Westpommern in Richtung Neustettin, unserem heutigen Etappenzielort. Am späten Nachmittag erreichen wir das 40.000 Einwohner zählende Szczecinek (früher Neustettin) im Zentrum der Draheimer Seenplatte in Hinterpommern. Wir übernachten heute in den historischen Mauern des Tagungshotels am Streitzigsee. Den Abend verbrachten wir im Hotelrestaurant und im Biergarten am See. Hier gab es eine LED-Wand, wo wir das letzte Tor der Deutschen Nationalelf vor dem Vorrunden-Aus in der WM2018 zur Kenntnis nahmen. Hallelujah & bis morgen.

Die Marienburg in Westpreußen (PL)

Zeitsprung zurück: Katzenkopfpflaster in Pommern (PL)Sonntag, 24. Juni: Das Tagesziel für heute ist die Marienburg im gleichnamigen Ort in Westpreußen. Von dort trennen uns 263 Kilometer, die wir nun gemeinsam unter die Pneus nehmen werden. Wir verließen Neustettin gegen 10 Uhr und nach einiger Zeit hatte es auch der Regen wieder bis zu uns geschafft. Was solls; ändern können wir das Wetter leider nicht. Haupt- und Nebenstraßen wechseln sich ab und wir kommen gut voran. In die heutige Tagesetappe hatten wir bei der Vorplanung auch den ersten Offroad-Leckerbissen eingebaut: 20 km über Sand- und Lehmpisten! Eigentlich ne spitzen Idee, wenn nur das Wetter nicht so unkameradschaftlich gewesen wäre. Bein links raus, Bein rechts raus - rutschen vorn, rutschen hinten: Adrenalin pur. So weit, so gut: alle blieben in der schlammigen Spur und durchgewärmt waren wir nun auch wieder. Plötzlich ein Stau - und was für einer. Wir schlängeln uns geschickt vorbei und sehen die Ursache: Schwerer Unfall, Straße dicht! Die Jungs von der Feuerwehr hatten Verständnis und schickten uns als Umleitung direkt durch den Wald. Das war genial: Auf kleinsten Wegen hämmern wir durch den pommerschen Forst: 1A! Das Ende des Forstweges war fließend und plötzlich standen wir in einem kleinen Dorf mitten im Wald. Weiter ging es im Slalom um riesige Pfützen im preußischem Katzenkopfpflaster. Irgendwann kamen wir wieder aus dem Wald heraus und setzten die Reise etwas zivilsierter fort. Einen Fotostopp machten wir in der Tucheler Heide am Rande des Müskendorfer Sees bei Klein Schwornigatz (Małe Swornegacie). Diese Gegend im östlichsten Teil der Pommerschen Seenplatte gehört bereits zur Kaschubei. Die weiteren Stationen bis zum Ziel Marienburg (Malbork) waren Guttowitz (Gutowiec), Heiderode (Czersk), der Kalemba-See bei Ossieck sowie Marienwerder (Kwidzyn). Etwas früher als sonst üblich schlugen wir im Hotel in Marienburg auf: Zeit genug zur Besichtigung der alten Ordensburg des Deutschen Ritterordens. Bis morgen!

In Ostpreußen: Die Burg des Ritterordens in Rössel (PL)2018 06 25 0483Montag, 25. Juni: Wir dachten eigentlich, rein wettertechnisch das Gröbste überstanden zu haben. Doch Pustekuchen! Die für heute ursprünglich geplante großartige Tour über 342 km durch Ostpreußen und Masuren fiel buchstäblich ins Wasser, denn es kübelte zum Teil, was runterging. Die erste Etappe von Marienburg nach Heilsberg war dann auch fast wie auf hoher See: Der Kahn schlingert durch Kurven mit tiefen Spurrillen sowie Wasser und Wind von allen Seiten! Leider wenig Gelegenheit für Blicke Links und Rechts der Landstraße. Logistische Nachschubprobleme an alleroberster Stelle verschafften uns mehrere Regenpausen, in denen dann mal wieder Motorrad gefahren werden konnte. Ein kurzer Abstecher in die sehr sehenswerte Kleinstadt Rössel (Reszel, Woiwodschaft Ermland-Masuren) darf auf unserer Reise trotzdem nicht fehlen. Die Stadt liegt in der historischen Region Ostpreußen unweit der Großen Masurischen Seen und ist für ihre Burg des Deutschen Ritterordens und und die Große Pfarrkirche St. Peter und Paul bekannt. Über Heiligelinde (Swieta Lipka) kommen wir nach Rastenburg (Kętrzyn). Das ehem. FHQ Wolfsschanze ließen wir heute links liegen. Wir kennen es bereits und für einen erneuten Besuch fehlt heute einfach die Zeit. Zwischen Rastenburg, Lötzen und Lyck hatten wir nun einen Mix aus Regen, Wolken und auch einigen sonnigen Abschnitten. Die Fahrt durch die sanften Hügel entlang großartiger Seen entschädigte uns für die am Morgen erlittene Schmach. Gegen 17 Uhr erreich wir die Stadt Augustow in Podlachien. Sie befindet sich unweit von Suwalken im polnisch-litauischen Grenzgebietes. Im Hotel "Warschau" direkt am Leckosee haben wir gebucht und verbrachten einen gediegenen Abend. Zu erzäglen gab es ja wieder genug. Gute Nacht!

     
Tourentag 1: 23.06.2018 Tourentag 2: 24.06.2018 Tourentag 3: 25.06.2018
Erzgebirge - Neustettin Neustettin - Marienburg Marienburg - Augustow

 

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Grüne Grenze Polen - Litauen bei BerznikiIn Podlachien (PL) auf dem Weg zur Grenze Polen - LitauenHeute ist Sonnabend, der 26. Juni. Die halbe Nacht hat es wie verrückt geregnet und gewittert. Wir waren erstaunt über morgendliche Sonnenstrahlen, die sich allerdings bis zu unserer Abreise wieder verzogen hatten. Bevor wir Augustow in Richtung Litauen verließen, zog es uns nach dem Frühstück nochmals an den Lecko-See: Sehr schön. Am heutigen Abend wollen wir in Litauens Hauptstadt Vilnius sein. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 312 Kilometer, die es wieder in sich haben werden. Auf der gut ausgebauten Nationalstraße 16 rollen wir in Richtung Grenzübergang. Wie erwartet ist diese Route ein Tummelplatz für Uniformträger aller Art und wir verließen deren Spielplatz in Richtung Berzniki und grüne Grenze nach Litauen. Mit etwas Spürsinn und der Unterstützung unserer elektronischen Helfershelfer fanden wir in den Wäldern der sog. Suwalki-Lücke die korrekte Piste durch den Wald. Unscheinbar und mitten im Wald verläuft die Grenze zwischen Polen und Litauen - dank EU und dem Schengener Abkommen ohne Wartezeit und Kontrollen. Wir sind in Litauen - und das zum ersten Mal. Unsere gewählte Route verlief abseits großer Straßen, denn wir wollen das Land, die Landschaft und die Leute sehen. Teilweise sind wir nur ein paar Hundert Meter von der weißrussischen Grenze entfernt; ein eigenartiges Gefühl. Die Pisten variieren mit Belägen aus Asphalt, Schotter und Sand. Also genau das richtige für uns, obwohl wir auf den ersten Schotterkilometern noch etwas mit dem Gas zögerten... Am späten Nachmittag erreichten wir Vilnius, die Hauptstadt Litauens im Südosten des Landes. 574.000 Einwohner leben in der flächenmäßig größten Stadt des Baltikums, die 2009 Europas Kulturhauptstadt war und deren Altstadt seit 1994 UNESCO-Weltkulturerbe ist. Nach der Belagerung unseres Hotels erkundeten wir die vielen kleinen und engen Gassen in der Altstadt. Gespeist wurde in einem Restaurant mit litauischer Küche und nach einigen Kaltgetränken aus edlem Wasser gleicher Herkunft fand der Tag einen würdigen Abschluss.

Vilnius - die Hauptstadt Litauens - bei NachtGrenzübergang von Litauen nach LettlandSonntag, 27. Juni: Die Nacht war kurz und der Morgen brauchte etwas mehr Zeit, um uns auf die Beine zu bringen. Als dies gelungen war, schoben wir die Kräder aus dem Hof und das Gepäck aus dem Hotel. Vor uns liegen 393 Kilometer und wir hoffen, am Ende des Tages in der lettischen Hauptstadt Riga zu sein. Wir verlassen das Stadtzentrum von Vilnius in nordöstlicher Richtung. Schön war´s hier, wie immer zu kurz aber für eine Stippvisite gerade ausreichend. Wir fahren durch endlose Kiefernwälder von einem Regionalpark in den nächsten. Diese ganze Region im Osten des Landes ist extrem dünn besiedelt und größere Städte sucht man vergebens. Der Verkehr wird immer weniger und schließlich ist auch die Straße wieder weg. Weiter geht’s auf Schotter und Sand. Eine Pause legten wir am Sartei-See ein. Der befindet sich im gleichnamigen Regionalpark unweit des Grenzgebietes zu Lettland. Eine halbe Stunde später überqueren wir die litauisch-lettische Grenze. Wir befinden uns in der Region Semgallen und sind auf dem Weg nach Jaunjelgava, dem früheren Friedrichstadt. Am frühen Nachmittag erreichen wir Riga. Die Stadt wurde im 12. Jahrundert von deutschen Kaufleuten gegründet und ist nach Lübeck die zweitälteste Stadtgründung an der Ostsee. Geplant nach dem Vorbild Bremens; für das Stadtrecht stand Hamburg Pate. Wir fanden unser Hotel in der Rigaer Altstadt auf Anhieb und erkundeten nun nach dem Auspacken diese wunderschöne Stadt an der Düna (Daugava). Petrikirche, Schwarzhäupterhaus und die Gassen um den Dom sind sehr sehenswert und wir waren schwer beeindruckt.

Auf der Kurischen Nehrung bei Nidden: 86 km nördlich von Königsberg - Hut ab!Das Schwarzhäupterhaus in der lettischen Hauptstadt RigaMontag, 28. Juni: Verrückt – heute ist der 28. Juni und wir sind bereits am Tourentag Nummer 6. Die schöne Zeit rast vorbei und wir fragen uns, wo die vergangenen Tage geblieben sind. Nun heißt es, von Riga Abschied zu nehmen. Wir verlassen diese wunderbare Stadt über die im Jahre 1981 eröffnete Vanschu-Brücke in nordwestlicher Richtung. Am Ende des Tages werden 365 km mehr auf der Uhr und wir mit den Bikes hoffentlich auf der Kurischen Nehrung stehen. Bevor wir uns aber auf den langen Weg zurück nach Litauen machen, wollen wir noch einen Abstecher ins weithin bekannte Seebad Jürmala wagen. Die denkmalgeschützten Holzhäuser zu beiden Seiten der Straße erstrahlen in neuem Glanz und werden von der gut betuchten russischen und internationalen Kundschaft gern gebucht. Schmucke Appartementhäuser ergänzen das historische Ambiente und sogar der russische Zar pflegte einst hier in der Bucht von Riga zu Wasser zu gehen. Rund 30 Kilometer lange Sandstrände – naturbelassen. Nicht ohne Grund gilt Jürmala als Riviera des Nordens. Der Bädertourismus begann vor rund 200 Jahren, als es möglich wurde, mit der Bahn nach Jürmala zu reisen. Heute sind es vor allem Russen, Balten, Skandinavier und Deutsche, die das Gros der Besucher ausmachen. Am liebsten wäre wir hier in Jürmala auch baden gegangen, aber leider uns saß die Zeit ein wenig im Nacken. Na ja, beim nächsten Mal! Ideales Motorradwetter und wenig Verkehr ließen die Herzen höher schlagen. Wir sind unterwegs in der Region Kurland – der nach Livland, Semgallen und Lettgallen vierten Region im Lettlands. Im dünn besiedelten Landesinnern finden wir immer wieder herrliche Pisten vor, die zum Offroadabenteuer einladen – daran kann man sich echt gewöhnen! Wir haben knapp die Hälfte der Tagestour geschafft und überqueren die unscheinbare Grenze zwischen Lettland und Litauen. Unser nächstes Etappenziel ist der Hafen von Kleipeda, zu Deutsch Memel. Von hier aus verkehren die Fähren über das kurische Haff zu unserem Tagesziel Kurische Nehrung - auf Litauisch Neringa. Wie ein Faden zieht sich die fast 100 km lange Halbinsel zwischen Ostsee und Kurischem Haff. Seit dem Ende des 2. Weltkrieges gehört der nördliche Teil zu Litauen, der südliche zu Russland. Nachdem wir mit der Fähre von Memel nach Sandkrug übegesetzt sind, fahren wir zunächst nach Juodkrante, dem früheren Schwarzort. Die zweitgrößte Siedlung auf der Nehrung liegt wie alle anderen Ort direkt am Haff. Juodkrante ist bekannt für seine vielen Villen, teilweise alt, teilweise nachgebaut. Die meisten sind heute Pensionen oder Ferienhäuser. Nach dem Kurzbesuch von Schwarzort stehen für uns die letzten 20 Kilometer bis nach Nidden auf dem Kursbuch. Nida, das frühere Nidden, ist der größte Ort im Nördlichen Teil der Nehrung und liegt nur wenige Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Nida ist heute wie einst das kulturelle und touristische Zentrum der Nehrung. Nach 365 Kilometern erreichen wir Nidden am Nachmittag und freuen uns auf einen Abend am Haff.

 

Tourentag 4: 26.06.2018 Tourentag 5: 27.06.2018 Tourentag 6: 28.06.2018
Augustow (PL) - Vilnius (LT) Vilnius (LT) - Riga (LV) Riga (LV) - Nidden (LT)

 

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Am Scharmützelsee bei Wendisch-RietzBikertage 2018: Lange haben wir haben hin und her überlegt, wohin wir im Jahr 2018 fahren könnten. Österreich, Italien und der Süden sind raus - so viel stand schon mal fest. Tschechien geht ja eigentlich immer, aber da waren wir auch erst im letzten Jahr. Nach Frankreich gehts erst 2019 wieder und im Norden mit Skandinavien etc. ist es uns am Abend zu trocken (Insider wissen warum). Bliebe noch der (ganz) nahe Osten - warum eigentlich nicht! Slowakei? Nö, zuviel Bullerei. Ukraine? Eigentlich ja, aber kennen wir schon etwas, später wieder! Hmm - da wäre ja noch der große Nachbar in weiß-rot und das gesamte Baltikum - für uns bislang ein weißer Fleck auf der Landkarte. Also schlug die große Stunde von Polen, denn der Weg ins Baltikum lässt sich wunderbar mit einer weitläufigen und umfangreichen Tour durch unser Nachbarland verbinden. Und schon standen die Ziele im wesentlichen fest: Das Bikerteam fährt nach Polen, Litauen und Lettland. Großartig!

Immer im Sattel: Das Bikerteam an der Ostseeküste bei Nidden (Kurische Nehrung)Am Ende waren wir 9 Tage unterwegs. Neun Tage mit weit über 3.000 gefahrenen Kilometern (zuzüglich ca. 700 km auf der Fähre), die uns noch lange im Gedächtnis haften bleibenwerden. Wir fuhren durch Pommern, West- und Ostpreußen. Allesamt historische Regionen mit tiefer Geschichte im heutigen Polen. Und dann war da noch das Baltikum mit Litauen und Lettland, wo bislang noch keiner von uns gewesen ist. Weder mit dem Krad, noch mit dem Kraftwagen. Wenig Menschen,  schier unendliche Kiefernwälder, unzählige Seen und eine zwar flache, aber auch liebenswerte Landschaft im Nordosten Europas. Unvergesslich sind die Hauptstädte Vilnius uns Riga - jeweils Schmelztiegel der Kulturen und alte Handelsmetropolen seit dem Mittelalter. Beeindruckende Naturräume wie die Kurische Nehrung und das Memelland ließen diese Tour zu etwas ganz großem werden.

In Podlachien (PL) auf dem Weg nach LitauenLitauen und Lettland waren die absolute Überraschung und nicht erst am Ende dieser neun Tage begreifen wir, auf welche Eindrücke wir bislang verzichtet haben. Die Vermutung liegt sehr nahe, dass auch wir uns wahrscheinlich dieses Baltikum-Virus eingefangen haben. Das scheint so eine Unterart des Skandinavien-Virus zu sein, welches die Leute immer wieder nach Skandinavien fahren lässt, sofern es ihnen beim ersten Mal gefallen hat und das Virus zuschlagen konnte. Eines ist uns seit dem Ende der Bikertage 2019 klar: Dieser ersten Tour ins Baltikum werden weitere folgen! Estland und Finnland warten voller Sehnsucht auf uns und dann geht es ja auch noch weiter, viel weiter in den Osten. Wir sehen uns wieder - irgendwann! Bis dahin bleibt nur die Erinnerung an eine wunderbare Zeit...

 

 

Der Tourenplan dient nur dem groben Überblick. Die gefahrenen Strecken verlaufen anders.

 

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